ZDF-Akkreditierung #2
Deutliche Zahlen zu Aufwand und Kosten bei DAkkS-Verfahren
Reform der Gebührenverordnung ist erforderlich!
Der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) legt die Gesamtergebnisse der zweiten Ausgabe der Erhebung „Zahlen, Daten, Fakten zur Akkreditierung (ZDF)“ vor. Im Mittelpunkt standen diesmal die Gebühren und der Aufwand für Akkreditierungsverfahren bei der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS).
Die Umfrage, durchgeführt vom 14. März bis 28. April 2025, verdeutlicht: Der durchschnittliche Aufwand pro Akkreditierungsfall beträgt rund 104 Stunden, also etwa 13 Arbeitstage. Davon entfallen 58 Prozent auf die Begutachtung und 42 Prozent auf interne Prozesse der DAkkS, etwa auf formale Verfahren und Abstimmungen. Eine Begutachtung dauert im Mittel 3,9 Tage und wird von 2,6 Personen durchgeführt.
Auch die finanziellen Belastungen wurden erhoben: Im Durchschnitt entstehen Gesamtkosten von rund 17.600 Euro je Verfahren, wobei 57 Prozent auf die DAkkS entfallen. Unter Berücksichtigung des laborinternen Aufwands – durchschnittlich 0,54 Vollzeitäquivalente (etwa 35.000 Euro) – ergibt sich eine Gesamtbelastung von rund 50.000 Euro je Fall.
In ihren subjektiven Einschätzungen berichten die befragten Laboratorien von einem deutlichen Anstieg des Gesamtaufwands um rund 60 Prozent in den vergangenen fünf Jahren – sowohl bei den Gebühren als auch bei den formalen Anforderungen.
„Das Akkreditierungssystem weist einen hohen organisatorisch-administrativen Anteil auf“, fasst der VUP das Gesamtbild zusammen. „Rund 42 Prozent der Arbeitszeit entfallen auf interne Abläufe und formale Schritte statt auf die eigentliche fachliche Begutachtung.“
Darüber hinaus zeigt die Analyse ein System mit
- begrenzter Planbarkeit und Inkonsistenzen in der Verfahrenssteuerung, wenn im Schnitt nur etwa die Hälfte der tatsächlichen Kosten als Vorschuss erhoben wird,
- einer überproportionalen Belastung kleiner und mittlerer Laboratorien, für die die Akkreditierung einen erheblichen Kostenblock darstellt, sowie
- einer doppelt nachteiligen Wirkung der Zeitgebühr, die bei langen Verfahren die Kosten erhöht und zugleich Anreize für Effizienzsteigerungen verhindert.
Vor diesem Hintergrund fordert der VUP weitere Prozessoptimierungen, die Vorrang vor Gebührenerhöhungen haben müssen. „Höhere Gebührensätze ohne Effizienzsteigerung sind kontraproduktiv, weil sie bestehende Schwächen verfestigen“, warnt der Verband in seiner Analyse.
Der VUP plädiert auf Basis einer gemeinsamen Positionierung mit nahezu 40 anderen Verbänden für schlankere Abläufe, verbindliche Zeitvorgaben, klare Zuständigkeiten und eine stärkere Dienstleistungs- und Serviceorientierung der DAkkS. Im Rahmen einer solchen Reformagenda sind zudem eine Reform der Gebührenverordnung sowie eine ausreichende staatliche Grundfinanzierung erforderlich, um Modernisierung, Digitalisierung und internationale Verpflichtungen zu ermöglichen, ohne die Konformitätsbewertungsstellen zusätzlich zu belasten.
Die Ergebnisse des ZDF#2 mit detailliertem Diagrammanhang stehen auf www.vup.de zum Download zur Verfügung.