Akkreditierung
Moderne öffentliche Dienstleistung oder bürokratische Belastung?
Anton Blöth auf der Akkreditierungskonferenz des ungarischen Laborverbandes ASZEK
Auf der diesjährigen Akkreditierungskonferenz des ungarischen Labornetzwerkes ASZEK präsentierte Anton Blöth, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) am 20.11.2025 in Budapest zentrale Ansatzpunkte zur zukünftigen Entwicklung der europäischen und deutschen Akkreditierung.
Unter dem Titel „German and European accreditation on the path to a modern public service – dream or necessity?“ skizzierte er die Herausforderungen und Reformbedarfe in einem zunehmend globalisierten Wettbewerbsumfeld. Blöth betonte die zunehmende Bedeutung einer starken europäischen Qualitätsinfrastruktur angesichts globalen Wettbewerbs. Akkreditierung bleibe ein unverzichtbares Fundament für Vertrauen, Sicherheit und Marktanforderungen – müsse jedoch moderner, digitaler und planbarer werden.
Aus Sicht der Konformitätsbewertungsstellen (KBS) verwies Blöth unter anderem auf strukturelle Hindernisse wie:
- lange Bearbeitungszeiten und hohe Bürokratiebelastung,
- uneinheitliche und formalistische Interpretationen von Standards,
- mangelnde digitale Prozesse sowie
- die Notwendigkeit eines echten Dialogs auf Augenhöhe zwischen Akkreditierungsstellen, Behörden und KBS.
Er plädierte für eine effiziente und serviceorientierte Akkreditierung, die dennoch ihre öffentliche Schutzfunktion wahrt. Zudem hob er die Rolle europäischer und nationaler Verbände – wie EUROLAB, VUP und ASZEK – hervor, die praktische Erfahrungen bündeln und Reformprozesse konstruktiv begleiten.
Blöth schloss mit der Einladung, die länderübergreifende Zusammenarbeit der europäischen Labor-Communities zu stärken, um die anstehende Modernisierung des europäischen Akkreditierungssystems aktiv mitzugestalten. Hierbei sei die Positionierung von EUROLAB aisbl zur Revision des New Legislative Framework (NLF) eine gute und beachtenswerte Grundlage.