VUP-Meldung
Transparenz ist richtig - Reformbedarf bleibt klar
VUP zur DAkkS-Einordnung der Ergebnisse von ZDF#2
Der Deutsche Verband Unabhängiger Prüflaboratorien (VUP) begrüßt, dass die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) die Ergebnisse von „ZDF-Akkreditierung #2“ öffentlich aufgreift und erstmals eigene Kennzahlen zu Verfahrenszeiten und Kosten vorlegt.
Offensichtlich werden Verfahren, Aufwände und Laufzeiten inzwischen systematisch gemessen und intern ausgewertet. Dass diese Daten nun veröffentlicht werden, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Nachvollziehbarkeit und Transparenz. Aus Sicht des VUP wäre es wünschenswert, dass diese Transparenz künftig kontinuierlich und standardisiert erfolgt und durch eine belastbare Kundenbefragung ergänzt wird. Nur so lässt sich über notwendige Verbesserungen sachlich beraten und deren Wirkung verlässlich überprüfen.
Die veröffentlichten Zahlen bestätigen aus Sicht des VUP zentrale Befunde: Der administrative Anteil in Akkreditierungsverfahren bleibt mit rund 40 % der aufgewendeten und abgerechneten Stunden erklärungsbedürftig hoch. Damit liegt ein klarer Ansatzpunkt für weitere strukturelle, prozessuale und digitale Modernisierung vor. Verbesserungen bei Verfahrensdauern sind grundsätzlich positiv. Gleichzeitig ist entscheidend, dass Effizienz nicht allein an Erstakkreditierungen gemessen wird. Für die überwiegende Mehrheit der Kunden – bereits akkreditierte Stellen – prägen Änderungen, Erweiterungen und Wiederholungsbegutachtungen den Alltag. Gerade auch dort müssen Tempo, Planbarkeit und Verhältnismäßigkeit weiter verbessert werden, damit Verfahren nicht monatelang zu Markthindernissen werden.
Akkreditierung wirkt als staatliche Aufgabe weit in die Wirtschaft hinein – über Lieferketten sowie Prüf- und Zertifizierungsstrukturen auch in Branchen, die nicht täglich unmittelbar mit der DAkkS zu tun haben. Vor diesem Hintergrund haben sich mittlerweile 38 Wirtschafts-, Labor- und KBS-Verbände in einem gemeinsamen Papier zur Zukunft der Akkreditierung positioniert und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) nun auch konkrete Vorschläge für eine Zukunftsagenda Akkreditierung übermittelt. Darüber hinaus liegen von weiteren Spitzenverbänden eigene Positionierungen vor, die zeigen: Die Betroffenheit ist breit, der gemeinsame Nenner groß und der Reformbedarf liegt offen auf dem Tisch: schlankere und smarte Prozesse, klare Zuständigkeiten, keine nationalen Sonderwege, faire Gebühren und echte Stakeholderbeteiligung. Jetzt geht es darum, diese vielen gemeinsamen Linien in eine konkrete Zukunftsagenda Akkreditierung zu gießen. Der VUP wünscht sich ausdrücklich, dass die DAkkS Teil dieses Prozesses ist.
Die ausführliche Einordnung der DAkkS-Stellungnahme wurde den Mitgliedern des VUP intern mit weitergehenden Ausführungen zur Verfügung gestellt. Für die öffentliche Debatte hält der Verband fest: Transparenz ist ein richtiger Schritt, der Reformkurs bleibt notwendig, und der VUP steht weiterhin bereit, diesen Weg lösungsorientiert mitzugestalten.
Link: Meldung Aktuelle Zahlen zur Arbeit der DAkkS